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Narrenzunft Schömberg e.V.

Das alte Narrenstädtchen Schömberg liegt am Fuße des mächtigen Plettenberges, einem schroffen Nordhang der Schwäbischen Alb, an der Bundesstraße zwischen Balingen und Rottweil.

Schon unsere Vorfahren hatten nach der Christianisierung und der damit verbundenen Einführung der Fastenzeit das Bedürfnis, vor dem Fasten nochmals ausgiebig zu feiern und fröhlich zu sein. Damit verbunden war die Freude auf das kommende Frühjahr und der Glaube, mit Hexentanz und ähnlichem den Winter austreiben zu können.

Die Entstehung der Schömberger Fasnet lässt sich nach einem Rathausprotokoll bis zum Jahre 1796 nachweisen. Die ältesten Larven stammen vermutlich aus dieser Zeit und wurden wahrscheinlich von dem Rottweiler Bildhauer Kammerer aus Pappel- oder Lindenholz geschnitzt. Zwischen 1809 und 1816 war jegliches Narrentreiben verboten, wurde dann aber von König Friedrich wieder erlaubt.

Schömberger FranzennarrSeit dieser Zeit bestimmen die Fransennarren, die Fuchswadel, der Harzer, die Husaren, der Halbschwarze, der Blätzle und seit neuerer Zeit wieder die Warze das Geschehen um die Fasnetszeit.

Masken und Häs der Schömberger Narren können durchweg den Familien der sog. „Weißnarren“ und „Plätzler“ zugeordnet werden. Die beiden Husaren als Ordnungshüter, der Halbschwarze – Sinnbild von Gut und Böse, der Harzer und die Warze sind Einzelfiguren, während der Fransennarr und der Fuchswadel als Hauptfasnetsgestalten in einer Vielzahl auftreten. Beide Maskentypen sind in ihrem Ausdruck „geschlechtslos“ und in der gesamten Optik Zeugnisse aus der Zeit des Spätbarock und der hohen Zeit des Rokoko.

Husar als Ornungshüter mit Schömberger Fuchswadel

Als absolute Besonderheit im schwäbisch -närrischen Sprachraum gilt die weitbekannte Schömberger Polonaise. In ihr gipfelt überhaupt das aktive-närrische Treiben dieses Narrenstädtchens. Der Höhepunkt an verschiedenen Narrentagen ist die Polonaise, oder wie der Schömberger sagt: „Dr Bolones„, der gewaltige Auftritt aller Narren in bunter Vielfalt von Häs und Masken , sowie im Zusammenspiel mit der musikalischen Begleitung eine barocke Sinfonie für den Besucher, aber auch eine sportliche Leistung für die Mitwirkenden. Ein närrisches Erlebnis das seinesgleichen sucht.

Eine Eigenheit der Schömberger, ja ein Superlativ in der närrischen Szenerie überhaupt, ist die Tatsache, daß die Zunft neben vereinsrechtlichen Regularien und einer satzungsbedingten Geschäftsführung keine festgeschriebenen Vereinsmitglieder aufweist, sondern vielmehr jeder Schömberger durch Geburt oder Einbürgerung gleichzeitig als Narr angesehen und der Zunft zugehörig betrachtet wird.